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Niederösterreichischer Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen

Der Name dieser schmucken Ziegenrasse hat nichts mit dem Vogel Pfau zu tun. Die Bezeichnung leitet sich von "pfaven" ab und bedeutet im Rätoromanischen "gefleckt". Durch einen Schreibfehler wurde dann aus dem "V" ein "U". In manchen Gebieten der Schweiz bezeichnet man Pfauenziegen auch als Paven, Halbetscha, Halbweiße, Naz-Ziege oder Razza Naz (Tessin) oder als Colomba (=Taube, Bergell). Beschreibungen der Engadiner und der Prättigauer Ziege stimmen mit denen der Pfauenziege weitgehend überein.

In der Schweiz begann man erst 1989 mit einer regelmäßigen Erhaltungsarbeit an der Pfauenziege, als es nur noch verschwindend wenige reinrassige Exemplare gab. Die Pfauenziegen-Zuchtgemeinschaft wurde gegründet und heute ist ihr Ziel, die Anerkennung der Pfauenziege als Schweizer Rasse mit offizieller Herdbuchführung, erreicht. Der Bestand an Schweizer Zuchttieren betrug im Juni 2002 682 Tiere bei 120 Züchtern. Anfang der 90er Jahre, wurde auch in Österreich das Interesse an der Erhaltung der Pfauenziege wach, zumal Mitglieder des VEGH (Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen) als erste auf das Vorkommen alter Pfauenziegenbestände in Österreich hingewiesen hatten. Ab 1997 werden Österreichische Pfauenziegen herdebuchmäßig gezüchtet. Von anfangs zwei Züchtern und etwa 15 Tieren in Salzburg und Niederösterreich ist des Bestand bis heute auf vielleicht 60 Zuchttiere bei jedenfalls zehn Herdebuchzüchtern in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Ober- und Niederösterreich angewachsen.

Rassebeschreibung

Horntragender Bergziegentyp mit ausgesprochenen Geschlechtsmerkmalen.

Färbung: Die vordere Körperhälfte bis über das Schulterblatt ist überwiegend hell (aschgrau bis weiß) mit schwarzem Aalstrich, der sich im Nacken verbreitern kann.

Die hintere Körperhälfte ist überwiegend schwarz, die Flanken hell, Schwanzoberseite hell, der Aalstrich im dunklen Feld sollte ebenfalls hell sein. Das Babykleid von Kitzen ist oft deutlich heller, der weiße Flankenfleck oft noch nicht geschlossen. Sind Rücken und Bauch dabei dunkel, kann man erwarten, dass diese Pigmentierung sich im Adultkleid über die Seiten schließt.

Beine: Unterarm und Unterschenkelaußenseite hell, Stiefel schwarz;

Kopf: Blässe vom Hornansatz bis zum Maul; schwarze streifenförmige Augenflecken von der Hornbasis bis zum Maul verjüngend; Wangen hell mit schwarzen, sichelförmigen Wangenstrichen, die sich in Richtung Mundwinkel verjüngen, diesen aber nicht erreichen müssen; Ohrinnenseite und Umgebung des Maules sind meist dunkel pigmentiert. Mit zunehmendem Alter und besonders im männlichen Geschlecht dunkelt nicht selten die Stirnblässe zu.

Die Scheckung der Pfauenziege wird dominant vererbt.

Haare fein und dicht, kurz bis mittellang. Besonders beim männlichen Geschlecht der Österreichischen Pfauenziegen ist neben dem Kinnbart ein längeres Haarkleid an Brust und Aalstrich häufig.

Größe der Erwachsenen in cm:  m                    w
Widerristhöhe                               75-85             70-80 
Kreuzhöhe                                     74-85             69-80
Rumpflänge                                  100-120         90-110
Kopflänge                                      35-40             33-38
Brustumfang                                  90-100           80-90

Gewicht mind. in kg                     70-80              50-60

Leistung: gute Bemuskelung und stabiles Skelett; gesund und widerstandsfähig, anpassungsfähig, gutes Sozialverhalten, geländegängig, gute Wüchsigkeit, fruchtbar und langlebig, guter Futterverwerter bei bescheidenen Futteransprüchen; wo die züchterische Auslese nicht zugunsten äußerer Merkmale vernachlässigt wurde, gute und den anderen Gebirgsziegenrassen vergleichbare Milch- und Fleischproduktion. Die Jahresmilchleistung wird für 210 Melktage mit 470 bis 500 kg angegeben. In Niedersachsen werden Pfauenziegen wegen ihrer guten Mastfähigkeit als Fleischziegen geführt. In der Schweiz gelten Pfauenziegen als Milch- und Fleischtiere mit entsprechendem Zuchtziel.

Zuchtziel in Österreich:
Gesundheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit; gute Wüchsigkeit; gute Geländegängigkeit; gute Futterverwertung.

Färbung und Größe wie beschrieben

Form: Kopf edel und leicht, gehörnt;

Körper harmonisch, robust, breit und tief, gut bemuskeite Schultern und Schenkel; Gliedmaßen sehnig und mittelstark, parallel gestellt, Gelenke trocken, Fesseln kräftig und mäßig entwickelt; Klauen hart und geschlossen, Gangart lebhaft, leicht und gerade; guter Wuchs und ausgesprochene Geschlechtsmerkmale

Euter: drüsig, gleichmäßig entwickelt (gut ausgebildetes Voreuter), breit aufgehängt, Zitzen gut gestellt und gut angesetzt, mittlere Dicke und Länge; gute Milchleistung

 

 
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