Zum Hauptinhalt springen
  • Bio-Regelungen

    Seit 2017 läuft ein Prüfverfahren der Europäischen Kommission zur Umsetzung der Bio-Verordnung in Österreich. Neben der Auslegung der zukünftigen Weidevorgaben umfasst das Prüfverfahren auch die Themen Auslauf-Überdachung, Eingriffen bei Tieren und Anbindehaltung in Kleinbetrieben. Die neuen Regelungen sollen am 1. Jänner 2022 in Kraft treten, jedoch gibt es bereits notwendige Anpassungsmaßnahmen, die ab dem Jahr 2021 gelten.

     

    WEIDEPFLICHT FÜR 2021

    2020 musste bereits jeder Bio-Betrieb, der Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde hält, den Tieren Zugang zur Weide ermöglichen, wann es Witterungs- und Bodenbedingungen erlauben. Zusätzlich musste jeder Bio-Betrieb eine aktuelle Weideaufzeichnung führen, die lückenlos die Einhaltung der Weidevorgabe 2020 dokumentierte. Die Weidevorgabe des Jahres 2020 wird auch für das Jahr 2021 beibehalten. Die zuletzt für November 2020 geplante Erstellung eines einzelbetrieblichen Weideplans für 2021 wird für Bio-Betriebe, die die Weidevoraussetzungen 2020 bereits erfüllt haben, auf das Jahr 2021 verschoben. Bio-Betriebe, welche die geltende Weidevorgabe 2020 nicht ausreichend umsetzen konnten und eine Sanktion 3 ausgesprochen bekommen haben, werden von ihrer Bio-Kontrollstelle kontaktiert. Diese Betriebsführer müssen noch heuer, bis 31. Dezember 2020, einen Weideplan erstellen. Der Weideplan soll nachvollziehbar und plausibel darstellen, wie die Weidevorgabe im Jahr 2021 erfolgreich umgesetzt wird. Wird kein neuer Weideplan erstellt, droht der Verlust des Bio-Status der betroffenen Bio-Tiere sowie deren Produkten ab Ende Jänner 2021.
    Die Weidevorgaben ab dem Jahr 2022 werden im Laufe des kommenden Jahres bekannt gegeben. Es ist davon auszugehen, dass nur Witterungsbedingungen, saisonale Bedingungen und der Zustand des Bodens als zulässige Ausnahmen von der Weideverpflichtung anerkannt werden.
    Es wird keine weitere Verlängerung der 2020 und 2021 geltenden Vorgaben geben und die neue Regelung wird alle RGVE (raufutterverzehrende Großvieheinheit) umfassen.

     

    NEUE VERORDNUNG FÜR ÜBERDACHUNG VON AUSLAUFFLÄCHEN

    Alle Bio-Betriebe sind dazu verpflichtet allen Tieren Zugang zu Freigelände anzubieten. Seit Jahresbeginn 2020 sind 100 %ige Überdachungen der Außenflächen für Kälber, Kitze und Lämmer nicht mehr zulässig. Für alle Bio-Tiere dürfen maximal 50 %, der in der EU-Bio-Verordnung festgelegten Mindestaußenfläche überdacht sein. In niederschlagsreichen Gebieten, dort wo die durchschnittliche, jährliche Niederschlagsmenge mehr als 1.200 mm beträgt, kann der Anteil der überdachten Auslauffläche auf 75 % erhöht werden.
    Weiters gibt es noch eine Unterscheidung zwischen Neu- und Altbauten, wobei unter Altbauten bestehende Ausläufe oder bis Ende 2020 genehmigte Bauten zu verstehen sind. Für Neubauten, die nach dem 1. Jänner 2021 eine Baugenehmigung erhalten, gelten die neuen Regelungen.
    Für Altbauten wird es eine Übergangsfrist für die Anpassung des Auslaufs bis spätestens Ende 2030 geben.

     

    NEU AB DEM 1.1.2021 – ANTRÄGE ÜBER VIS-DATENBANK STELLEN

    Durch das laufende Prüfverfahren der EU-Kommission und der neuen Bio-Verordnungen sind Änderungen bei den Antragsverfahren notwendig, hiervon sind auch Schaf- und Ziegenhalter betroffen. Anträge für Enthornung bei weiblichen Kitzen und Schwanzkupieren bei weiblichen Lämmern sind zukünftig über das VIS-System zu stellen.
    Die Kenntnisnahme durch die Landesbehörde entspricht der Genehmigung für 3 Jahre. Die Überprüfung der Einhaltung der Bedingungen erfolgt durch die Kontrollstelle im Rahmen der jährlichen Kontrolle. Für betriebsbezogene Ausnahmegenehmigungen, für die 2020 ein gültiger Antrag gestellt wurde, muss erst, aufgrund der 3-jährigen Gültigkeit der Genehmigung, Ende 2022 ein neuer Antrag im VIS gestellt werden.