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  • Trockenheit, Hitze und Dürre – Erleichterungen und Maßnahmen für betroffene Betriebe

    Die anhaltende Trockenheit und Hitze stellt die Landwirtschaft im Jahr 2026 vor enorme Herausforderungen. 

    Das Jahr 2026 ist für die Land- und Forstwirtschaft ein noch nie dagewesenes Extremjahr. Die extreme Trockenheit und Hitze führt in allen Regionen zu Ertragsausfällen, Futtermangel, Wasserknappheit und anderen Problemen. In den vergangenen Monaten wurden daher Maßnahmen gesetzt und Ausnahmen erlassen, welche helfen sollen, diese Ausnahmesituation einigermaßen zu bewältigen.

    Nachfolgend finden Sie Informationen für die Tierhaltung. 

    Erleichterungen bei ÖPUL-Maßnahmen

     

    Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen

    Die Haltedauer beantragter Tiere für das Antragsjahr 2026 wird heuer auf 31. August verkürzt.
    Für Tiere in der Maßnahme „Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen“ ist im Jahr 2026 aufgrund von Dürre und Futtermangel die Haltedauer nur bis einschließlich 31. August (anstatt 31. Dezember) einzuhalten.
    Das heißt, die Prämie für die betroffenen Tiere wird auch dann gewährt, wenn der Abgang bereits ab 1. September erfolgt.
    Ein Abgang (Verkauf, Verendung, Schlachtung) von beantragten Schafen oder Ziegen ist auch nach dem 31. August bis zum 31. Dezember 2026 binnen 7 Ta-gen online an die AMA zu melden. Die Meldefrist beginnt ab dem Tag des Abgangs vom Betrieb. Die erforderliche Meldung ist als Korrektur zum Mehrfach-antrag in der Beilage „Gefährdete Nutztierrassen“ unter www.eama.at vorzunehmen.
    Die Bekanntgabe von Nachbesetzungen ist heuer nach dem 31. August nicht mehr erforderlich.

    Tierwohl Weide

    Aufgrund der Dürre steht auf den Weiden weniger Fut-ter. Es ist daher zulässig, Grundfutter zuzufüttern. Das heißt es muss heuer nicht zwingend der überwiegende Grundfutterbedarf über die Weide gedeckt sein. Eine Meldung hierfür ist nicht notwendig. Bezüglich der Weidetage gibt es bisher noch keine Erleichterungen!

     

    Maßnahmen bei akutem Futtermangel

    Um die Futterlücke zu schließen, sollten Betriebe mehrere Strategien gleichzeitig verfolgen

     

    1. Sanieren des geschädigten Grünlandes

    Hitzegeschädigte Wiesen brauchen dringend Hilfe durch eine gezielte Nachsaat.
    Lückige, ausgebrannte Stellen müssen mit standortan-gepassten Grünlandmischungen (geprüftes ÖAG-Saat-gut empfohlen!) geschlossen werden, bevor Ampfer oder Löwenzahn die Flächen besiedeln. 
    Mischungen mit Kleearten sollten bis Mitte August angebaut werden, bei Gräsermischungen kann die Aussaat bis Mitte September erfolgen.

    Folgende Grundsätze kurzgefasst:

    • Bei trockenheitsgefährdeten Lagen kein Acker-Raygras und wenig Englisch Raygras
    • Rotklee in Reinsaat (zehn kg pro Hektar) kann auch in Dauerwiesen rasch wieder Ertrag liefern
    • Knaulgras ist bei Trockenheit das stabilste Obergras
    • Vorsicht bei Kräutermischungen, nur zwei Arten sind als Futterpflanzen derzeit interessant – Zichorie (Sila-ge, Grünfutter, Weiden) und Spitzwegerich
    • Luzerne ist punkto Trockenverträglichkeit nahezu unschlagbar. Das erforderliche Nutzungsregime passt aber meist nicht zum Grünlandbestand, weshalb die Luzerne eher in Ackerfutterkulturen ihren Einsatz finden soll als auf Dauergrünlandflächen.

     

    Tipp:
    Podcast: Grünland nach Hitze und Trockenheit gezielt sanieren
    Dr. Lukas Gaier – HBLFA Raumberg-Gumpenstein

     

    2. Anbau von Zwischenfrüchten

    Ab August können noch überwinternde Varianten, wie überjährige Kleegrasmischungen oder Grünschnittroggen oder Wicken-Getreidegemenge angebaut werden. Je nach Anbauzeitpunkt und Zusammensetzung der Begrünungsmischungen kann man sie als die jeweils zulässige ÖPUL-Begrünungsvariante beantragen. Ihr Nachteil ist jedoch die Konkurrenz mit der Folgekultur Mais um Wasser und ein verzögerter Maisanbau.
    Klassische Begrünungskulturen wie Senf, Buchweizen, Ramtillkraut, Ölrettich oder Phazelia sind für eine Futternutzung nicht geeignet.

    Was ist Grünschnittroggen?

    Grünschnittroggen, auch Grünroggen genannt, unterscheidet sich von herkömmlichen Winterroggensorten durch ein besonders frühes und intensives Massenwachstum im Frühjahr. Die Sorten wurden speziell auf hohe Biomasseerträge und eine rasche Jugendentwicklung gezüchtet. Dadurch steht bereits Mitte bis Ende April eine beachtliche Biomasse zur Ernte zur Verfügung.
    Der optimale Aussaatzeitpunkt liegt Mitte bis Ende September – der Anbau ist je nach Lage jedoch bis Anfang Oktober möglich. Ziel ist eine gute Bestockung vor Winterbeginn. Die Saatmenge bewegt sich je nach Standort und Saatbedingungen zwischen etwa 280 und 420 keimfähigen Körnern je Quadratmeter beziehungsweise rund 95 bis 150 kg Saatgut pro Hektar. Die optimale Saattiefe beträgt 2-3 cm. Für eine hohe Biomasseleistung benötigt Grünroggen eine ausreichende Stickstoffversorgung. 

    Man kann auch Grünschnittroggen zusammen mit großkörnigen Leguminosen wie Wicken anbauen: Wick-Roggen oder Getreide-Leguminosen-Gemenge. Aufgrund des frühen Längenwachstums und der starken Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern ist oft kein Herbizideinsatz erforderlich. Auch Pflanzenschutzmaßnahmen sind meist nicht notwendig.

    Für die Futternutzung ist der Erntezeitpunkt entscheidend. Mit zunehmendem Entwicklungsstadium steigen zwar die Trockenmasseerträge deutlich an, gleichzeitig sinken Rohproteingehalt, Verdaulichkeit und Energiekonzentration.
    Entscheidend für den Erntetermin ist das betriebliche Ziel: hohe Futtermengen z.B. für Mutterschafe oder Nachzucht oder eine hohe Rohprotein- und Energiewerte (Milchschafe/Milchziegen).
    Für hohe Energie- und Rohproteinkonzentrationen soll die Ernte möglichst vor oder spätestens zu Beginn des Ährenschiebens erfolgen. Versuche der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ergaben zum Zeitpunkt Ende April durchschnittlich Trockenmasseerträge von rund 4,5 t TM/ha. – in Gunstlagen sind auch Erträge von 7 bis 8 t TM/ha möglich. Die Wuchshöhe beträgt zum Erntezeitpunkt 80 bis 130 cm.

    Zum Erntezeitpunkt liegen die Trockenmassegehalte häufig nur zwischen 15 und 20 %. Deshalb sollte Grünroggen grundsätzlich angewelkt werden. In der Praxis wird der Bestand gemäht, etwa einen Tag angewelkt und anschließend gehäckselt und einsiliert. Bei der Ernte ist besonders darauf zu achten, Verunreinigungen des Futters zu vermeiden.

    Tipp:
    Futtermangel: Webinar jetzt zum Nachsehen | Landwirtschaftskammer Niederösterreich

    Beratung:
    DI MARTINA LÖFFLER
    Beraterin Grünland und Feldfutterbau
    martina.loeffler@lk-noe.at
    Telefon: 05 0259 22131

    3. Strategischer Futterzukauf

    Reichen die eigenen Vorräte nicht aus, ist der Zukauf von Grund- und Ersatzfuttermitteln unumgänglich.

    Trotz akuter Futterknappheit dürfen keine Kompromisse bei der Futterhygiene gemacht werden - teure Zukäufe von minderwertigem Grundfutter rechnen sich nicht. Die persönliche Anwesenheit bei der Anlieferung ist unbedingt zu empfehlen um Qualitätsmängel sofort zu reklamiert, bevor die Ware eingelagert wird. Zum Zweck der Rückverfolgbarkeit, also zum Nachweis der Herkunft, aber auch zur Ermöglichung einer Rekla-mation, ist eine Markierung der gekauften Charge sinnvoll. Dies kann bei Silageballen mittels Spray, bei Heu mittels Lebensmittelfarbe, Schnur oder anderer Methode auf den entsprechenden Ballen erfolgen. Bei Kraftfutter soll eine Rückstellprobe genommen werden. Die Probe soll gleich im Beisein des Lieferanten als Zeugen erfolgen.

    Beim Kauf von einem Händler erhält man einen Lieferschein, der mindestens drei Jahre aufzubewahren ist. Beim Kauf von Bauer zu Bauer ist ebenfalls ein Lieferschein mit allen erforderlichen Angaben notwendig, die Verwendung des AMA-Fut-termittellieferscheins ist hier sehr zu empfehlen.

    Download Futtermittellieferschein: Futtermittel-Lieferschein (pastus+ Version)

     

    Nachfolgend finden Sie einen Überblick über Futtermittelbörsen, die bei der Suche nach verfügbarem Futter unterstützen können.


    LK-Service Futtermittel-Plattform
    LK-Service Futtermittel-Plattform | Landwirtschaftskammer Niederösterreich

    Maschinenring Grundfutterbörse
    https://maschinenring-grundfutterboerse.at/

    Landwirt.com Futterbörse
    Futterbörse: Heu, Stroh, Silage & Getreide kaufen · Landwirt.com

    Willhaben.com Marktplatz
    Stroh / Heu / Silage | willhaben

    BIO AUSTRIA Futtervermittlung
    Futtervermittlung – wir suchen Grundfutter! - BIO AUSTRIA

    Ausnahme für Bio-Betriebe – Zukauf konventioneller Grundfuttermittel


    Zugelassen ist die Verwendung folgender nichtbiologischer Grundfuttermittel:

    •    Heu, (Klee-)Grassilage, Klee- und Luzerne-pellets, Futterstroh, Ganzpflanzensilagen von Getreide-Leguminosengemengen und Grundfutter von Weideflächen
    •    Silomais als Ganzpflanze für biologische Betriebe mit Haltung von Raufutter verzehrenden Tieren

    Das Futter kann frisch (Grünfutter), siliert (Silage), getrocknet (Heu) oder pelletiert (Pellets) zugekauft werden.

    Das Ausmaß beträgt maximal 30% des Jahresbedarfs, berechnet auf Basis der Trockenmasse. Die Ausnahme gilt für nachweislich betroffene biologische Tierhaltungsbetriebe im gesamten Bundesland Niederösterreich von 07.08.2026 bzw. 12.08.2026 (Silomais) bis 01.06.2027. Das heißt das zugekaufte konventionelle Futter muss bis spätestens 01.06.2027 vollständig verfüttert werden.

    Die Meldung auf Zukauf von konventionellen Grundfuttermitteln ist im Rahmen der Regelung „Inanspruchnahme einer Ausnahme im Katastrophenfall“ vor dem Zukauf über das VIS (Verbrauchergesundheitsinformationssystem) zu stellen.

    Jeder Betrieb hat dafür zu sorgen, dass er sich selbst informiert, inwieweit der Einsatz von konventionellem Grundfutter bzw. Silomais auch bei den einzelnen Standards (z.B. Zurück zum Ursprung, Naturland, Bioland usw.) möglich ist.

    Weitere Informationen zu Meldung und Antragstellung: 
    Ausnahmeregelungen für den Zukauf von konventionellem Grundfutter für Biobetriebe | Landwirtschaftskammer Niederösterreich

    4. Rationen flexibel anpassen

    Heuer geht es vielerorts darum, die vorhandenen Grundfuttervorräte möglichst effizient einzusetzen und mit passenden Ergänzungen zu strecken. Die Verknappung von Futtermitteln zwingt zum Umdenken beim Fütterungsregime.

    Die wichtigste Botschaft lautet: Alle Tiere müssen aus-reichend versorgt werden, sie dürfen nicht hungern – es ist eine Sättigung notwendig!

    Gleichzeitig sollte das vorhandene Futter gezielt an die einzelnen Tiergruppen verteilt werden, damit die verfügbaren Vorräte möglichst effizient genutzt werden können. Daher ist eine Einteilung in Leistungsgruppen unbedingt empfohlen!

    • Hochwertiges Futter erhalten vorrangig die hoch-leistenden Tiere (hochträchtig, säugend/laktierend, Masttiere)
    • Tiere mit geringem Nährstoffbedarf (leer oder niedertragend bis 3,5. Trächtigkeitsmonat) erhalten eine Schmalkost

    Fehlende Nährstoffe im Grundfutter können gezielt durch Kraft- und Mineralfutter ergänzt werden. Für wiederkäuergerechte Rationen sollte der Kraftfutteranteil möglichst unter 50 % der Trockenmasseaufnahme liegen. Werden größere Mengen Kraftfutter verfüttert, steigt das Risiko einer Pansenübersäuerung (Pansenazidose).

    Alternative Futtermittel

    Beim Einsatz alternativer Futtermittel ist eine Rationsberechnung unbedingt empfohlen, um die Ration bedarfsgerecht zusammenzusetzen. 

    Luzernepellets/-cobs
    Sie sind getrocknetes, gemahlenes und gepresstes Grünfutter. Bei Pellets und Cobs ist die Qualität sehr unterschiedlich – die Rohaschegehalte sollte 12 % nicht übersteigen, da dies auf erdige Verschmutzungen hindeutet. Pelletierte Futtermittel liefern kaum strukturwirksame Faser und können daher nicht als alleiniges Futtermittel eingesetzt werden.

    Trockenschnitzel
    Sind sehr energiereich und werden gerne gefressen. Eignen sich in Kombination mit kleebetontem Heu/Silagen. 

    Hirse
    Sorghum-Hirse wird als Ganzpflanzensilage genutzt. Sie hat ähnliche Eigenschaften wie Maissilage, jedoch deutlich geringere Energiegehalte. Durch die bessere Trockenheitstoleranz wird sie aber als Futterpflanzen zunehmend interessant. 

    Kleie
    Kleien gelten als gut verträglich und schmackhaft. Durch ihren hohen Rohfasergehalt eignen sie sich gut in Rationen mit hohem Kraftfutteranteil. Zudem liefern sie wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente. Jedoch muss bei Mastlämmern und Widdern unbedingt zusätzlich Futterkalk gefüttert werden, um Harnsteinen vorzubeugen. 

    Biertreber
    Biertreber entsteht als Nebenprodukt bei der Bierherstellung aus Gerste oder Weizen. Er ist frisch nur kurz haltbar und wird idealerweise silliert. Biertreber liefert viel Eiweiß und Energie, enthält jedoch wenig strukturwirksame Faser. 

    Einsatz von Futterstroh

    Stroh ist in diesem Jahr mit wenig Niederschlag meist in guter Qualität vorhanden. 
    Futterstroh sollte nicht im Freien gelagert werden, sonst können trotzdem Verpilzungen auftreten. Ebenso ist eine Lagerung im Stall nicht empfohlen, da es den Stallgeruch annimmt und damit weniger gern gefressen wird. 
     
    Welche Stroharten sind zur Verfütterung geeignet?
    1)    Haferstroh
    2)    Gerstenstroh
    3)    Weizen, Triticale, Roggen – sind schlechter verdaulich

    Stroh ist sehr energie-, protein- und mineralstoffarm. Deshalb muss die Ration deutlich abgeändert werden. 
    Bei Verfütterung von Stroh benötigen die Tiere deutlich mehr Tränkewasser – es müssen ausreichend saubere und funktionstüchtige Tränken zur Verfügung stehen.
    Die Aufnahme von Stroh muss antrainiert werden – Tiere können während der Umstellungsphase ihren Unmut lautstark äußern.

    Je höher der Strohanteil in der Ration ist, umso wichtiger wird die Vermeidung der Futterselektion - also die gezielte Nichtaufnahme von Stroh bzw. das Heraussuchen von Kraftfutter. Um eine gute Futteraufnahme zu erreichen, sollte es möglichst kurz geschnitten werden. Für Schafe und Ziegen ist eine durchschnittliche Partikellänge von 2-4 cm empfohlen - vorteilhaft ist auch aufgefasertes oder gemulchtes Stroh.

    Durch den Einsatz von Futtermischwägen ist die Gabe höherer Strohmengen auch in der Praxis gut realisierbar. Wird Stroh am Futtertisch angeboten, sollte es mehrmals täglich frisch vorgelegt werden. Zur Verbesserung der Schmackhaftigkeit kann das Futterstroh mit Melasse benetzt werden. 

    Praxistipp: Melasse-Wasser-Mischung im Verhältnis 1:2 in einer Gießkanne abrühren und anschließend das Stroh am Futtertisch damit befeuchten. Durch den süßlichen Geschmack wird die Aufnahme anregt. 
    Angefeuchtete Futterreste müssen bei der nächsten Mahlzeit entfernt werden. 

    Bei Stroheinsatz müssen der geringe Energie- und Eiweiß- sowie Mineralstoffgehalt durch vermehrte Kraft- und Mineralfuttermengen ausgeglichen werden. 
    Der Einsatz von Futterstroh ist bei säugenden Mutterschafen und Milchschafen in der Laktation nur in kleinen Mengen empfohlen. Zu hohe Strohmengen können die Futteraufnahme und Milchleistung beeinträchtigen. 
    Daher sollte Futterstroh zum Strecken der Ration vor allem bei leeren und niedertragenden Tieren (bis 3,5. Monat der Trächtigkeit) sowie bei der Nachzucht zum Einsatz kommen. 


    Einsatz von Maissilage

    Die Maispflanze gewinnt in Trockenjahren für viele Betriebe an Bedeutung. Ertragsausfälle auf dem Grünland werden häufig durch einen höheren Anteil an Silomais in den Rationen kompensiert.

    In sehr trockenen Jahren wie heuer schwankt die Qualität der Maissilage jedoch erheblich. Notgereifter Silomais hat häufig keinen oder nur einen unzureichend entwickelten Kolben angesetzt, während die Blätter bereits vertrocknet sind. Dadurch sind sowohl der Ertrag als auch der Nährstoffgehalt gering. Der Stärkegehalt fehlt teilweise vollständig. Es ist eine Rationsberechnung auf Basis einer Futteranalyse notwendig. 

    Vor der Verfütterung sollte die Silage mindestens acht Wochen lagern. Ein Ballen Maissilage sollte innerhalb von 4 Tagen verfüttert werden, um Futtererwärmung und Verderb bzw. damit verbundene Ausfälle (Achtung Listerien!) bei Schafen und Ziegen zu vermeiden. 

    Praxisbeispiel: Das Gewicht pro Ballen Maissilage liegt bei rund 1000 kg. Die maximale Futtermenge pro Tier und Tag liegt bei rund 5 kg. Das heißt der Einsatz von Maissilage in Ballen ist ab einer Herdengröße von mindestens 50 (eher 80) Muttertieren sinnvoll. 

    Mais ist energiebetont und eiweißarm. Luzernesilage oder -heu aber auch Feldfutter bzw. Kleegras sind besonders passende Ergänzungen. Die Einmischung von Stroh liefert zusätzlich Faser und Struktur. Ebenso ist die Mineralfuttermenge entsprechend zu erhöhen.


    Rationsbeispiele

    Bei neuen Rationen und unbekannten Futtermitteln darf nicht nur die Rationsberechnung am Papier beobachtet werden. Es müssen unbedingt die Futteraufnahme, Wiederkauaktivität, Kotkonsistenz, Tiergesundheit und Leistungsdaten wie Milchinhaltsstoffen regelmäßig kontrolliert werden. Ohne genaue Abstimmung der Komponenten sind mittelfristige Schäden zu erwarten.  

     

    Milchziegen

    Für Milchziegen wurden Tiere mit 75 kg Lebend gewicht angenommen. Die Ration reicht für 3,0 kg Milch bei 3,5 % Milchfett und 3,0 % Milchei weiß. Die Ration enthält sehr viel Maissilage, da in Trockenheitsjahren dies meist die einzige Futter komponente darstellt, die noch geerntet oder zu gekauft werden kann.

    Bezeichnung

    Futtermenge je Tier & Tag, kg

    Beispiel 1: "schlechte" Maissilage 
    Maissilage, Kolbenbildung3,00
    Grassilage, angewelkt, 1. Schnitt1,50
    Stroh, Gerste0,40
    Ergänzungsfutter, 25 % Rohprotein0,60
    Vitamin- und Spurenelement-Mischung0,01
    Beispiel 2: "schlechte" Maissilage, ohne Stroh 
    Maissilage, Kolbenbildung4,00
    Grassilage, angewelkt, 1. Schnitt1,50
    Ergänzungsfutter, 25 % Rohprotein0,50
    Vitamin- und Spurenelement-Mischung0,01
    Beispiel 3: Heu und heißluftgetrocknete Luzerne 
    Heu, Wiese, 1. Schnitt1,30
    Heu, Luzerne – heißluftgetrocknet0,90
    Getreideschrot0,70
    Vitamin- und Spurenelement-Mischung0,01

     

    Milchschafe, Mutterschafe

    Für Milchschafe wurden Tiere mit 75 kg Lebend gewicht angenommen. Die Ration reicht für 2,0 kg Milch bei für Schafen typischen hohen Milchinhaltsstoffen. Die Ration kann ebenso für Mutterschafe mit säugenden Lämmern umgesetzt werden

    Bezeichnung

    Futtermenge je Tier & Tag, kg

    Beispiel 1: "schlechte" Maissilage 
    Maissilage, Kolbenbildung3,30
    Grassilage, angewelkt, 1. Schnitt1,50
    Stroh, Gerste0,20
    Ergänzungsfutter, 25 % Rohprotein0,75
    Mineralfutter Schafe0,02
    Futterkalk, kohlensauer0,02
    Beispiel 2: "schlechte" Maissilage, ohne Stroh 
    Maissilage, Kolbenbildung4,00
    Grassilage, angewelkt, 1. Schnitt1,40
    Ergänzungsfutter, 30 % Rohprotein0,60
    Mineralfutter Schafe0,02
    Futterkalk, kohlensauer0,02
    Beispiel 3: Heu und heißluftgetrocknete Luzerne 
    Heu, Wiese, 1. Schnitt1,50
    Heu, Luzerne – heißluftgetrocknet0,70
    Gerste0,60
    Ackerbohnen0,30
    Mineralfutter Schafe0,01

     

    Download Broschüre:"Futterknappheit meistern"
    Mit weiteren Rationsbeispielen für Wiederkäuer

    17.09.2026
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